Startschuss für den Planungsprozess »Stadtquartier Süd«

Foto: © Axel Häsler

geschrieben von: Stadt Neu-Isenburg, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit I Mittwoch, 20.06.2012

Die Stadt Neu-Isenburg steht vor der einmaligen Herausforderung in zentraler Lage ein neues, urbanes Stadtquartier zu entwickeln, im Rhein-Main-Gebiet, vor den Toren Frankfurts. Das geplante Quartier, an der Schnittstelle zwischen Stadtmitte und dem Gewerbegebiet Süd, soll auf dem ehemaligen Gelände des Agfa-Areals, des Güterbahnhofes und Bauhofs der DLB (Dienstleistungsbetrieb der Stadt Neu-Isenburg), sowie der Ende 2012 den Betrieb räumenden Bundemonopolverwaltung für Branntwein entstehen.

„Im Rahmen eines integrativen Planungsprozesses soll das ca. 25 ha große Gebiet in den kommenden Monaten einer ganzheitlichen Betrachtung unterzogen und Vorschläge für zukünftige Gestaltungen gemacht werden. Bei allen planungsrelevanten Überlegungen spielen auch die Vorstellungen der Bürgerinnen und Bürger eine wesentliche Rolle. Zielsetzung des Projekts ist es deshalb, im Dialog mit der Öffentlichkeit Ideen zu entwickeln wie dieses neue, als »Stadtquartier Süd« bezeichnete Areal zukünftig genutzt werden kann,“ berichten Bürgermeister Herbert Hunkel und Erster Stadtrat Stefan Schmitt.

Fragen wie – wo liegen Entwicklungsperspektiven und Handlungsansätze, wie sieht das Verhältnis zwischen Gewerbeansiedlung und Wohnbebauung aus, welche unterschiedlichen Wohnmodelle sind zukünftig gefragt oder wie verbinden sich Freiräume, öffentliche Plätze und städtisches Grün sowie weitere Themen sollen im Verlauf eines Jahres analysiert, diskutiert und bewertet werden.

Der Magistrat der Stadt Neu-Isenburg hat auf Grundlage des Beschlusses der Stadtverordnetenversammlung 17/03030 vom 30.11.2011 die HA Stadtentwicklungsgesellschaft mbH (HASEG) aus Wiesbaden im Mai 2012 mit dem weiteren Verfahren zur Erstellung eines städtebaulichen Entwicklungskonzeptes sowie der Koordination und Moderation des Planungsprozesses für das neue »Stadtquartier Süd« beauftragt. Die HASEG war aus einem Vergabeverfahren mit dem überzeugendsten Konzept hervorgegangen. In Kooperation mit dem Büro BS+ städtebau und architektur (BS+) aus Frankfurt wird die HASEG zunächst die ersten beiden Phasen des insgesamt vierphasigen Verfahrens betreuen.

Auf Grundlage des Angebotes der HASEG und entsprechend den Beschlüssen der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Neu-Isenburg soll der Planungsprozess zur Überarbeitung der Rahmenplanung stufenweise unter Einbeziehung der Stadtverordnetenversammlung und begleitender Bürgerbeteiligung inhaltlich und zeitlich organisiert und gesteuert werden.

In der ersten Stufe werden die städtebaulichen Grundlagen und Grunddaten aufgearbeitet und aktualisiert, städtebauliche und immobilienwirtschaftliche Einflussfaktoren ermittelt sowie analysiert und auf dieser Grundlage die Grobziele für eine geplante Entwurfswerkstatt vorgeschlagen.

Dieser Prozess wird begleitet durch eine breite Bürgerbeteiligung in Form eines moderierten Webdialog (Informations- und Diskussionsforum im Internet), Gesprächen mit Grundstückseigentümern, Investoren und Trägern öffentlicher Belange, Bürgerversammlungen sowie Rückkopplung der Erkenntnisse in der Stadtverordnetenversammlung. Die Ergebnisse der Analysephase in Verbindung mit den aus Bürgerbeteiligung und Webdialog gewonnenen Erkenntnissen sollen dann nach Beschluss der Stadtverordnetenversammlung in die Formulierung der Grobziele für die Entwurfswerkstatt einfließen. Grundsätzlich steht im gesamten Planungsprozess die Qualität vor schnellen Entwürfen.

Zu den Aufgaben der HASEG gehört in der nächsten Stufe die Durchführung einer Entwurfswerkstatt, in der – ebenfalls unter umfassender Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger,politischer Gremien, der Grundstückseigentümer sowie Investoren und Projektentwickler – an Hand von Testentwürfen die
Entwicklungspotentiale des Geländes diskursiv ausgelotet und verbildlicht werden sollen. Dieser sehr umfassende und transparente Beteiligungsprozess dient dem Ziel, eine städtebauliche Vorzugsvariante zu ermitteln und wird von der HASEG und BS+ organisiert und begleitet.

Aufbauend auf der gewonnenen und parlamentarisch legitimierten Vorzugsvariante soll dann im Weiteren der Rahmenplan überarbeitet und fortgeschrieben werden und als städtebauliches Entwicklungskonzept die Grundlage für die Bauleitplanung und vorgesehenen Realisierungswettbewerbe bilden.

Während einer ersten Bürgerinformation am Dienstag, den 26. Juni 2012 um 19:00 Uhr im Plenarsaal des Rathauses, werden das Projekt und alle beteiligten Akteure vorgestellt sowie über die Rahmenbedingungen, den Planungsprozess und die unterschiedlichen Möglichkeiten der Beteiligung informiert.

Die HA Stadtentwicklungsgesellschaft mbH plant, entwickelt und realisiert städtebauliche Projekte. Sie verfügt über jahrzehntelange Erfahrung in der Betreuung von städtebaulichen Vorhaben. Das Team der HASEG besteht aus Fachleuten aller Kompetenzfelder, die für Projektentwicklung und -management benötigt werden.

Als Geschäftsbesorger der HA Hessen Agentur GmbH führt sie u.a. das Projektmanagement für die Städtebauliche Entwicklungsmaßnahme Frankfurt-Riedberg durch, ist vielfach als Sanierungsträger tätig und begleitet beratend und planend zivile und militärische Konversionsprozesse z.B. in Hanau, Darmstadt und Gießen.

Das als Kooperationspartner tätige Büro BS+ städtebau und architektur erstellt Konzepte für qualitativ hochwertige Wohnquartiere, Gewerbegebiete, Innenstadtareale und Hochschulgebiete.

Ein Arbeitsschwerpunkt bildet die Flächenkonversion für Bauvorhaben u.a. in Augsburg, Würzburg, Mannheim und Darmstadt. Bei städtebaulichen Wettbewerben konnte das Büro eine Vielzahl von Preisen gewinnen.

No Responses — Written on 20. Juni 2012 — Filed in Presse

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